Person of the Day: Fabian Sixtus Körner

Fabian Sixtus Körner, Jahrgang 1981, ist Designer, Fotograf, Blogger und stand zuletzt als Reisereporter bei ProSieben vor und hinter der Kamera. Anfang 2010 begann er, die Welt zu bereisen und dabei für Kost und Logis zu arbeiten. Seine Erfahrungen darüber schilderte er 2013 in dem Buch „JOURNEYMAN“ (Ullstein extra), das monatelang ganz oben auf der Bestseller-Liste stand.

Seit nunmehr zwei Jahren ist er Vater einer Tochter mit Down-Syndrom. Seinen Werdegang hat in seinem zweiten Buch „Mit anderen Augen“ beschrieben:

»Yanti ist ein Sommerkind. Sie liebt Papageienschreie, Hängematten und Meeresrauschen. Ihre Geschichte ist wie eine Reise in ein fernes Land, aus dem wir verändert zurückkehren: mutiger, offener, voller Staunen. Und wie befreit von unseren eigenen Vorurteilen und Beklemmungen. Als ich am ersten Morgen nach der Diagnose aufwachte, tat mir alles weh. Mein Kopf, meine Glieder. Mir war übel und mein Herz raste. Ich spürte eine Ohnmacht im ganzen Körper. Doch am dritten Morgen fühlte ich, wie meine Kraft zurückkam. Es war dieses Jetzt-erst-recht-Gefühl, das ich von meinen Reisen kannte. Das Abenteuer hatte längst begonnen, ob ich wollte oder nicht. Also würde ich es annehmen. Ich würde nicht nur dafür kämpfen, dass Yanti am Leben blieb, sondern auch dafür, dass sie ihren ganz eigenen Weg gehen, akzeptiert und geliebt würde.«

In seinem berührenden Buch erzählt JOURNEYMAN Fabian Sixtus Körner vom Abenteuer Vater zu sein und sich um seine Tochter zu kümmern – und er schildert, wie man trotzdem auf Reisen gehen kann, um die Menschen und das Leben neu zu entdecken.

TFL Blog: Bloggen, Teilen, Schreiben

Heute plaudert Climbingminds und erzählt Euch ihre Sicht auf das Schreiben beim Reisen. Notwendig, erfüllend oder doch sogar manchmal lästig? Lest selbst!

Angetrieben von der eigenen Neugier, fremde Kulturen zu erleben, faszinierende Landschaften zu bestaunen oder der Hektik zu entkommen, lassen sich viele Menschen in die Ferne treiben. Routine und Komfort werden direkt bei der Einreise abgegeben und man bekommt stattdessen eine extra Portion Entdeckerlust und Spontanität in die Hand gedrückt. Man lässt sich im Rhythmus ungewohnter Melodien durch die Straßen gleiten, Entscheidungen werden nach Intuition gefällt. Es stellt sich ein Gefühl ein, welches man seit Längerem nicht verspürt hat…Freiheit.

Alles ist so anders als zu Hause, schwer zu beschreiben und doch möchte man es festhalten, mit Anderen teilen, zum Reisen inspirieren. Die Vorstellung, andere Menschen dazu zu ermutigen, ihre Träumereien zu leben, fühlt sich gut an. Man erstellt eine Website, um von seinen Erlebnissen, Eindrücken und Erkenntnissen berichten. Neben Spaß am Schreiben und Berichten verspürt man jedoch dieses komische, vertraute Gefühl, man versteht es jedoch noch nicht. Je mehr Zeit man investiert, desto häufiger stellt sich dieses Gefühl ein und plötzlich lässt es sich wieder benennen. Es ist Druck. Aus der Freiwilligkeit wird schleichend eine Art Zwang, begleitet von dem ständigen Gefühl, etwas
festhalten zu müssen.

Nein, man muss nicht alles fotografieren, festhalten oder teilen. Und nein, man muss auch keinen Blog erstellen oder Social-Media Profile bedienen. Wir versuchen im Moment zu leben, diesen zu genießen und auch bewusst darauf zu verzichten, Erlebnisse zu teilen.

Manchmal sind Momente so schnell vorbei, dass man nicht einmal Zeit hatte, seine Kamera zu zücken. Und manchmal sind sie einfach nur zu schön. Wir teilen unsere Erlebnisse gerne, dennoch ist es UNSERE Reise und wir möchten selbst entscheiden wann wir den Moment teilen. Dieser Spagat ist nicht immer ganz einfach.

Unser Tip: Jage nicht jedem vermeintlich schönen Fotomotiv hinterher, genieße den Moment und entscheide dann, ob du ihn mit Anderen teilen möchtest.

People of the Day: Claudia & Dominik

Claudia und Dominik von weltreize sind von 2015 bis 2016 ein Jahr lang um die Welt gereist. Gestartet mit einem Spanischkurs in Buenes Aires, über unvergessliche Tauchgänge mit Hammerhaien und Pinguinen auf den Galapagos-Inseln und viel Aloha auf Hawaii. Die beste Zeit hatten sie in einem Campervan in den Weiten West-Australiens, wo sie von Perth bis Darwin 10.000 km gefahren sind. Die Entscheidung für das Sabbatjahr fiel erst fünf Monate vor Reisebeginn. Ihre Jobs konnten sie auf Eis legen, die Wohnung untervermieten. 

Und was könnte und sollte man noch über die beiden im Einzelnen wissen?

Claudia ist geborene Hamburgerin. Erst Verwaltungsfachangestellte und Genie am Kopierer, dann hat sie Abi auf dem 2. Bildungsweg auf dem Hansa-Kolleg gemacht und Germanistik, Anglistik und Journalistik in Hamburg und London studiert. Dort hat sie dann auch Dominik kennen gelernt. Seitdem arbeitet sie in einer kleinen Zeitschriftenredaktion an der Hamburger Binnenalster. Neben dem Reisen und Tauchen liebt sie die Fotografie (besonders Menschen), Kaffee (besonders morgens) und Streetart.

Außerdem arbeitet Claudia gemeinsam mit ihrer Bloggerkollegin Nicole von PASSENGER X am Projekt Modern Sabbatical.

Dominik ist leidenschaftlicher Journalist und arbeitet bei tagesschau.de. Sehr geprägt haben ihn seine Jahre in London, wo er als Korrespondent für die Nachrichtenagentur dpa gearbeitet hat. Er kommt aus dem Südwesten Deutschlands, einem kleinen Städtchen in der Nähe von Trier. Seine Hobbys sind Skifahren, Tauchen, Schach und Fotografieren. Außerdem kann er sich stundenlang über Fußball unterhalten 😉

Person of the Day: Nadine Pungs

Nadine hat Literaturwissenschaft und Geschichte studiert. Seit vielen Jahren zieht es sie auf der Suche nach Intensität und Schönheit immer wieder in die Welt. Zumeist allein.

Manche Menschen glauben, sie sei mutig, doch sie selbst sieht das anders. Sie muss ja reisen. Muss raus. Sie muss die Welt zerpflügen, damit sie Sinn finden kann. Sie muss ihre Grenzen überwinden, damit sie sich spürt. Das sei nicht mutig, meint sie, sondern alternativlos.

Warum alleine? Warum nicht mit einer Freundin, einem Freund?

„Zu zweit versage ich“, sagt Nadine, „eine lausige Begleiterin bin ich. Sobald jemand an meiner Seite weilt, mutiere ich zum Jämmerling, werde bräsig und faul, gebe Verantwortung ab. Und so mag ich mich nicht leiden. Dann sehne ich mich nach Unabhängigkeit, sehne mich nach dem Singular. Wenn mich ein Freund oder eine Freundin begleitet, nehme ich ja die Heimat mit. Nein, ich muss mich alleine durchschlagen. Will eintauchen in das neue Land. Will fremd werden. Nur alleine bin ich frei.“

Person of the Day: Yvonne Strüwing

Yvi reist gerade ein Jahr lang um die Welt. Alleine. Dafür musste sie Tschüss sagen: Ihrem geliebten Job als Radiomoderatorin bei MDR Sputnik, ihrer Familie, ihren Freunden und ihrer Wohnung.

Sie träumte schon lange davon, einmal alleine in weite ferne Länder zu reisen, und weil dieser Traum sie jede Nacht im Schlaf besuchte, musste sie sich ihrer grössten Angst stellen – der Existenzangst. Die hatte sie nur im Griff mit ihrem klassischen Lebenslauf. Viele Jahre hielt sie sich fest an Abi, Uni, Auslandsjahr, Lieblingsjobs in Köln bei Radio 1LIVE und bei MDR Sputnik in Halle.

Privat passierte vor 7 Jahren aber etwas, dass ihr komplettes Leben auf den Kopf stellte und ihr Vertrauen ins Leben ausradierte. Um das wiederzubekommen, fand sie den Weg zum Yoga und zu einem bewussteren Hinschauen. Um sich mit ihrer Geschichte intensiv auseinandersetzen zu können, reiste sie auch alleine in die Welt. Zunächst häppchenweise: Sie machte klischeemässig zwei Yogalehrerausbildungen, eine davon in Thailand bei einer indischen Yogalehrerin und lernte viel. Sie bereiste Indien, dass in Zügen, in Nachtbussen und cruiste mit ihrem Scooter alleine nachts durch Wüstenlandschaften.

Ihr Traum vom Reisen auf langer Strecke ohne Ende in Sicht hörte nicht auf. Also verliess sie ihre klassische Lebenslaufkomfortzone mit verlängerten Urlauben, und sprang ins grosse Ungewisse. Dabei machte sie sich nackig: sie versuchte ihr Ego abzulegen und versuchte Dinge, vor denen sie Angst hatte.

Zwischen Selbstzweifeln und Selbstoptimierungswahn nahm sie beim Ecstatic Dance & Soulfest in Indien teil, beim Vipassana-Meditations-Bootcamp in den Bergen Nepals, sie lachte und weinte in der Osho Kommune in Kathmandu, atmete sich durch Rebirthwochen in Thailand, schwitzte in Yogaashrams und reiste nach Bali zum „Eat pray Love“ Ubud, mit seinem traurigen Tantratrara und seinem esoterischem selbstzentrierten Rumgeschwatze.

Yvi versucht auf dieser Reise über 30 Jahre angefütterte & engmachende Denk- und Verhaltensmustermuster und Ängste abzuwerfen und schliesst mit ihrem scheuen Herzen nach und nach Freundschaft.