TFL Blog

Freude! Für das TFL19 konnten wir ein charmantes, abenteuerlustiges Paar gewinnen, das für uns und natürlich Euch Erfahrungen passend zu den nächsten Festivalthemen sammelt und teilt. So erhaltet Ihr ein authentisches Gefühl zum Bühnenprogramm und zum Tenor des Festivals. Wir sind gespannt und erwartungsvoll – Ihr hoffentlich auch 🙂

Climbingminds stellt sich vor

Seit Mai 2018 sind wir als „climbingminds“ unterwegs auf Weltreise. Anne war als Pädagogin bei einem Bildungsträger tätig und Christian hat gerade sein Studium abgeschlossen. Der Zeitpunkt war perfekt um auszubrechen, bevor wir uns zu wohl in unseren eigenen vier Wänden fühlten. Auf unserer Reise wollen wir draußen unterwegs sein, Natur und fremde Kulturen kennenlernen. Wo wir wann sein werden, wissen wir nicht und wollen wir auch nicht. Wir wissen aber, dass wir viel klettern möchten. Für uns ist das Klettern mehr als nur ein Hobby – es ist eine Lebenseinstellung, Philosophie und eine intensive Art, die Welt zu entdecken und vor allem auch sich selbst. Unser Blog widmet sich demzufolge insbesondere dem Erkunden und Erklettern der Welt. Weil wir beide keine großen finanziellen Rücklagen hatten, starteten wir in Australien mit einem Working Holiday Visum. In Down Under wollen wir die Reisekasse auffüllen und arbeiten, bevor wir uns in größere Abenteuer stürzen. Für uns war es wichtig den ersten Schritt zu wagen und der Gewohnheit bzw. Sicherheit den Rücken zuzukehren. Wir ließen unsere vier Wände, die geliebten Familien und Freunde zurück und ergaben uns der Neugier und dem Wunsch nach Veränderung. Der Reiz am Weltenbummlerdasein ist für uns die permanente Konfrontation mit neuen Situationen und der Ungewissheit. Wir wollen versuchen, uns so oft wie möglich aus unserer Komfortzone zu begeben und neue Wege zu gehen. Ideen für Reiseziele und Erlebnisse haben wir unendlich viele, jedoch wollen wir nicht alles bis ins Detail planen, um so frei wie möglich zu sein. Uns interessiert Südamerika sehr, Länder wie Bolivien, Argentinien und Chile stehen ziemlich weit oben auf unserer Liste. Die Westküste Nordamerikas lässt unsere Kletterherzen höher schlagen und Kanada ist auch im Gespräch. Es gibt viel zu entdecken und wir sind gespannt, was die Reise für uns bereit hält und wohin es uns verschlägt.

 

Anfang diesen Jahres waren wir Gäste im Westbad beim ersten Travel Festival Leipzig und von der Vielfalt der Beiträge begeistert. Zu dem Zeitpunkt stand bereits fest, dass wir uns selbst bald auf den Weg machen würden. Das Festival hat uns eine große Portion Motivation sowie Inspiration gegeben und in unserem Vorhaben bestärkt. Besonders hat uns gefallen, dass wir durch die ganze Atmosphäre für ein Wochenende gedanklich völlig in die Reisewelt eintauchen, träumen und Pläne schmieden konnten. Eine top Orga, eindrucksvolle Geschichten und was natürlich nicht fehlen darf – super leckeres Essen – haben dem Festival die Sahnehaube aufgesetzt. Wer nächstes Jahr nicht dabei ist, ist selbst schuld! 😉

Deshalb sind wir stolz wie Bolle als Botschafter für das Festival unterwegs sein zu dürfen und unsere Erfahrungen zu teilen. Wir werden regelmäßig über Themen berichten, die uns während der Reise bewegen. Diese können beispielsweise Lieblingsdestinationen, unvorhergesehene Herausforderungen, verschiedene Arten des Reisens oder persönliche Erkenntnisse sein.

Wir freuen uns, wenn wir den Interessenten und Besuchern des Travel Festivals durch unsere Beiträge sowohl unseren Reisealltag als auch ganz spezifische Themen näher bringen und vielleicht ein bisschen Inspiration stiften können.

Viel Spaß beim Stöbern!
Anne und Christian

Hier noch ein paar Fun Facts über uns: Wir lieben Knoblauch, Käse und komisches Essen; Christian hat vermutlich einen Puls von 40 und ist grundsätzlich tiefenentspannt; Anne gleicht eher einem Hermelin und versucht gerne mal Christian zu nerven; wenn Humor ein Kaffe wäre, würde Christian ihn flach und schwarz bestellen; Anne ist nicht immer ganz pünktlich, hat aber noch NIE einen Zug/Flug o.ä. verpasst…

Travel Food: Länderkunde mit Geschmack

Beim Travel Festival Leipzig bieten Euch unsere Food Aussteller verschiedene Köstlichkeiten an, mit denen Ihr neben der guten und leckeren Stärkung vor, zwischen und nach den Beiträgen die Möglichkeit bekommt, in Geschmackswelten zu reisen.

So trefft Ihr auf Pepe’s Kitchen und deren Köche, die in über 30 Jahren fast alle Kontinente bereist und erlebt haben. Streetfood war dabei immer ein Begleiter und ein Schlüssel zu allen Kulturen und den Menschen, bei denen sie zu Gast waren. Extra für das Travel Festival Leipzig hat Pepe’s Kitchen Tacos mit asisatischen Einflüssen kreiert, die Chefkoch Pepe erstmals 1991 als Streetfood wahrnahm. Yum!

Und für ein weiteres Geschmackserlebnis sorgt das Kokopelli, das als erstes Traveler Café Deutschlands seine Gäste mit wöchentlich wechselnden Gerichten aus aller Welt verwöhnt. Dabei orientiert sich das Kokopelli Team am klassischen Street Food rund um den Globus. Beim Festival servieren sie Euch die vietnamesische Pho, eine würzige Gemüsesuppe welche überall auf den Straßen Vietnams verkauft wird. Um Euch auch den besonderen Kaffeegenuss Vietnams näher zu bringen, gibt es zudem den ganz klassischen Ca Phe Sua Da, ein starker Robusta Kaffee mit süßer Kondensmilch, aufgebrüht im traditionellen Verfahren. 

Und für die Liebhaber der afrikanischen Küche tischt JOLA’s, alias Gibba Karafa, u. a. vorzügliche Curries auf. Die Leidenschaft für gutes, gambisches und veganes Essen treibt Gibba an. Zur Weltoffenheit, Völkerverständigung und Multikulturalität beizutragen, ist ein Bedürfnis für ihn.

Travel Kino: Ein interessanter Rückzugsort

Neben einem spannenden Bühnenprogramm bietet das Travel Festival Leipzig viele weitere BonBons – so zum Beispiel das Travel Kino, das vor als auch parallel zu den Speakerbeiträgen und in den Pausen einen perfekten Rückzugsort bietet.

Einen der Filme des Travel Kinos möchten wir Euch heute vorstellen:

NEGEV – Unterwegs wie Wasser und Wüste ist die Geschichte der Wanderer und Freunde Thorsten Hoyer und Torben Andresen. Beide versuchten im November 2015 die autarke Durchquerung eines Großteils der israelischen Steinwüste – mit einem Ausgang, den beide nicht für möglich gehalten hätten.

In diesem 34minütigen Kurzfilm erlebt Ihr die wunderbaren Momente von Zufällen und eine Reise, die mehr wurde als nur wüst(e). Ihr Film entstand inmitten von Fels, 44 Liter Wasser und viel Israel. Eine abenteuerliche Video-Collage in die Wüste und darüber hinaus…

Zu den Filmemachern:

Thorsten Hoyer (49) würden manche als extremen Wanderer bezeichnen (er selbst sagt so etwas nie von sich). Doch wer ihn kennt, weiß, dass er einfach nur rastlos ist.

Thorsten ist als passionierter Weitwanderer, Autor und Reisejournalist weltweit mit beiden Wanderschuhen unterwegs. 2011 packte ihn die Idee, einfach mal nonstop durch die Wüste zu wandern. Diese Tour sollte für ihn die logische Weiterentwicklung seiner persönlichen Nonstop-Wanderhistorie sein: Ob in den Bergen, über die Alpen oder eisig einmal quer durch Island…Wüste fehlte da einfach noch in seinem Repertoire.

Torben Andresen (38) ist als gebürtiger Norddeutscher so fern von trockenen Wüsten aufgewachsen wie es nur irgendwie geht. Und auch für seinen Wohnsitzt hat er sich einen deutlichen Kontrast ausgesucht – das unflache, fränkische Mittelgebirge „Frankenwald“. Hauptberuflich ist er Vater und Sprachtherapeut. Als ehemaliger Mediengestalter haben ihn jedoch Medien nie wirklich losgelassen und so widmet er sich just for Fun seit 4 Jahren dem Produzieren von Outdoor-Filmen rund um das Thema Wandern auf seinem YouTube-Kanal „Wandervideoblog“. Hierüber lernte er dann auch Thorsten kennen.

Irgendwann klingelte bei ihm das Telefon und Thorsten fragte: „Haste Lust, mit nach Israel zu kommen“? Anfangs ging Torben noch von einem entspannten Entspannungstrip quer durch Israel aus. Dabei hätte ihm hier schon klar sein dürfen, das Thorsten dort wandern möchte – und auch WIE!

Das Travel Kino ist am 19.01. ab 17:00 Uhr und am 20.01. ab 13:00 Uhr für Euch geöffnet.

Klang-Reise: Der perfekte Sound beim Festival

Feier- und Freigeister sind geladen, sich freizutanzen, zu wandern, zu lauschen…zum ersten Travel Festival in Leipzig verwebt LiesBeats die Bilder und Geschichten der vortragenden Weltenbummler mit elektronischen Soundfäden und feinem Ethno-Stoff zu tragenden Klangteppichen. Allen Sehnsüchtigen, Neugierigen, Zögernden, Heimkehrern, Spaziergängern zwischen Welten und unbekannter Länder kreiert sie die Möglichkeit einer inneren Reise.

Mit der Kombination aus gefühlvollen Melodien und treibenden Rhythmen aus der elektronisch-technoiden Musikrichtung bewegt sich LiesBeats mittlerweile nicht mehr nur in den Elektro-Clubs ihrer Heimatstadt, sondern beseelt ebenso auch außerhalb von Dresden die Tanzflächen der Elektroszene. Stilvoll treibt sie ihr tanzendes Publikum durch nicht mehr enden wollende Nächte.

Bon Voyage!

 

Behind the Scenes: Warum bin ich Teil der Travel Festival Community?

Ich war schon immer gepackt vom Fernweh. Ich hatte es lieber, Geschichten zu erzählen, als mit Besitz anzugeben. Ich erlebte lieber Abenteuer, als dem vorgefertigten Lauf des Lebens zu folgen.

Deshalb ging es für mich vor einem Jahr nach Vietnam. Dort war ich in der Natur, frei und unabhängig.

Doch nach 12 Monaten kam ich zurück nach Deutschland. Die Menschen hier waren mir plötzlich so fremd, und ich kam mir vor, als hätte ich meinen Geist in Vietnam gelassen.

Wie konnte es sein, dass die Menschen hier so humorlos, eingestaubt und kurzsichtig sind?

Genau in dieser Zeit wurde ich auf das Travel Festival Leipzig aufmerksam. Und plötzlich erkannte ich, dass auch die Menschen hier voller Wanderlust und Lebensfreude sind. So viele streben nach Abenteuer und neuen Welten. Natürlich! Wie konnte ich das übersehen?

Es gibt so zahlreiche Gleichgesinnte. Man muss sie nur finden. Und das ist meist nicht ganz einfach. Das Travel Festival bietet mir eine unglaubliche Möglicheit, Menschen zu treffen, die denselben Denkansatz haben wie ich.

Ich freue mich auf die gegenseitige Inspiration!

Lina, Botschafterin des Travel Festival Leipzig

Behind the Scenes: Wie bin ich zum Travel Festival Leipzig gekommen?

September 2017, Leipzig. Angekommen in einer neuen Stadt, die verglichen zu meinem alten Lebensraum so groß, so vielfältig ist. Da war ich erst einmal sprachlos. Überall lauert das Abenteuer, in jeder Ecke kann man sich neu inspirieren und etwas für sich selbst mitnehmen, Menschen kennenlernen und und und.

Doch da war eine Veranstaltung, die mich besonders angesprochen hat – das Travel Festival Leipzig. Wie wunderbar ist das: Reiseinspiration, Communitynetworking und die Festivalatmosphäre zusammenzubringen? Und das mitten im Winter!

Ich wollte dabei sein, wirklich dabei sein und habe eine Mail an das Team geschrieben. Zack. Ein Treffen, gleiche Sympathien und es ging los. Eine offene, flexible Arbeitsatmosphäre, Raum für Ideen und dieser gewisse Teil von Verantwortung ist das, was super viel Spaß macht. Im Ernst. Abgesehen davon, dass man auch Einblicke in für Festivalteilnehmende unergründliche Bereiche bekommt, kommt die für Studierende, die Uni und dringend benötigte Freizeit nicht zu kurz.

Ich freue mich dabei zu sein!

Dorothea, Botschafterin des Travel Festival Leipzig

Behind the Scenes: Was erwartet Euch?

Es ist eine Vielfalt, die Euch erwartet. So sitzt Ihr in dem einen Augenblick im Publikum und lasst Euch von Hippie Trail ermutigen, auch mit Kindern individuell und unabhängig zu reisen. Im nächsten Moment informiert Ihr Euch bei Anfibio, einer unserer Aussteller, was hinter dem Begriff Packrafting steckt und welche genialen Produkte es dafür gibt. Dann schaltet Ihr für eine Weile in unserem Travel Kino ab, genießt den ein oder anderen flüssigen und festen Snack und schon seid Ihr wieder mitten drin und stellt Fragen an Fritz Meinecke oder Fräulein Draußen zum Thema Outdoor & co.

Es wird einfach nicht langweilig und Ihr könnt individuell bestimmen, wie Ihr die insgesamt 10 Stunden Programmlaufzeit über zwei Tage füllen wollt. Es ist eine entspannte und offene Atmosphäre. Unsere Speaker, Filmemacher und Aussteller freuen sich jederzeit über Eure Interaktion. Denn letztendlich sind wir doch alle Gleichgesinnte und verfolgen ähnliche Ziele – wir reisen gern und viel und unabhängig und sind stets auf der Suche nach neuen Orten, Reise- und Abenteuerformaten und Erfahrungen.

Alle Beiträge des Festivalprogramms sind life-time stories, die Euch auf eine sehr persönliche Art Themen, wie Mobilität beim und zum Reisen (egal ob per Fuß, Van, Segelboot oder Fahrrad), Nachhaltiges Reisen und die Arbeit mit internationalen NGOs, Abenteuer, Outdoor und Survival, Arbeiten im Ausland und den magischen Spirit des Backpackerlebens näher bringen.

Und wer am zweiten Festivaltag nach so vielen Eindrücken und Input noch kann, sollte gemeinsam mit der Community bei unserer Abschlussparty mit Live Band und DJ auf Freiheit und Fernlust anstoßen oder den Drang zelebrieren, stets und ständig ausbrechen und neue Welten entdecken zu wollen.

Es wird groß und weit!

Hanna, Mitbegründerin des Travel Festival Leipzig

Behind the Scenes: Wie ist das Travel Festival Leipzig zustande gekommen?

Wer hat nicht selbst schon auf Reisen die Erfahrung gemacht, seine Ängste zu überwinden, neue Wege zu beschreiten und nahezu jedem Abenteuer aufgeschlossen in die Arme zu laufen? Dann könnte Ihr Euch sicherlich vorstellen, wie kurz die eigentliche Überlegung war, ein Travel Festival ins Leben zu rufen, als wir, die zwei Initiatorinnen des Festivals, uns tatsächlich zufällig über den Weg liefen.

Die gemeinsame Leidenschaft fürs Reisen wurde schnell gefunden als wir aufgrund der direkten Nähe zwischen dem Kokopelli und Westbad – die Institutionen hinter dem Festival – förmlich in einander gerannt sind und ziemlich sofort Träume und Ideen perfekt zusammen gepasst haben.

Kurz haben wir die neusten Travel-Hot-Spots und Erfahrungen ausgetauscht bis auch schon die Frage aller Fragen gestellt wurde „Hast Du schon einmal über ein Festival nachgedacht?“ Für uns beide war das tatsächlich kein neuer Gedanke, doch während ich kurz vor der Eröffnung des Kokopelli – Das Traveler Café stand und meine Festivalkollegin erst seit Kurzem im Westbad Fuß gefasst hatte, wurden alle Kräfte auf Baustelle und im neuen Job gebraucht. Wie das aber nun einmal immer bei guten Ideen ist, hat es uns beide nicht mehr losgelassen und so mussten wir dem Ruf des Abenteuers folgen.

Wir sind zwei enthusiastische, reiselustige und kreative Menschen, die sich für Euch ins Zeug gelegt haben – mit einem Ziel: das erste Travel Festival in Leipzig! Mit Herz und Reiseverstand ausgestattet werkeln wir seit 6 Monaten für den richtigen Spirit der zwei Tage. So wenig Leute für so ein Festival? Warum wir trotz des unglaublich hohen Aufwands nie daran gezweifelt haben und den Weg bis zum Ende gehen… das seht Ihr im nächsten Beitrag.

 

Yvonne, Mitbegründerin des Travel Festival Leipzig

Fünf Fragen an: Hippie Trail

Bitte ergänze: Die Welt ist…

…sehr viel besser, als viele denken. Kriminalität, Kriege, Gewalt, Katastrophen – schimme Dinge, die wir tagtäglich in den Medien mitbekommen. Dabei ist sie, sind vor allem ein Grossteil der Menschen,  viel besser als es dargestellt wird. Die Welt ist so vielfältig, steckt voller Überraschungen und Wunder, und ist jederzeit bereit entdeckt zu werden um sich ein eigenes, wunderschönes Bild davon zu machen.

Was waren deine größten Ängste von damals und wie denkst du heute darüber?

Auf unserer ersten großen Reise auf dem Landweg nach Indien sind wir absolut blauäugig unterwegs gewesen und haben uns um nichts Sorgen oder Gedanken gemacht. Es ging gottsei dank jeglicher Blödsinn gut aus, der manchmal um einiges an der Legalität vorbei ging.

Heute, mit 2 kleinen Kindern, sind wir vielleicht für viele Aussenstehende immer noch verrückt, aber Vorsicht und Sorgen bezüglich Kriminalität, Unfällen, Pannen waren diesmal definitiv mit im Gepäck entlang der zweijähigen Reise entlang der Panamericana. Sorgen und Ängte über Impfungen, Reisen mit einem Neugeborenem und einem Kleinkind durch Zentralamerika und der Höhenkrankheit in Gebiete über 5.000 Metern haben mir als Mutter so einige schlaflose Nächte bereitet, noch verschlimmert dank Dr. Google.

Im Nachhinein vollkommen unnötig, jedoch im Rahmen absolut notwendig, durchdacht zu werden. Eine gesunde Mischung aus (Selbst-) Vertrauen, Zuversicht und Vernunft hilft so manche Ängste einzudämmen und seine  Grenzen im Kopf zu überschreiten.

Was war das Dümmste, was du je auf einer Reise gemacht hast?

Dummes bereut man ja meistens, und man bereut bekanntlich nie was man getan, sondern was man nicht getan hat.

Was war dein lustigstes / kuriosestes Fortbewegungsmittel?

Ein 50 Jahre alter Mercedes 319. Schrottreif, aber für uns einfach nur cool und genau passend um damit auf dem Landweg nach Indien zu fahren. Der Verkäufer riet uns vom Kauf ab, als wir ihm von unseren Plänen berichteten.

Kommentare von Freunden war allesamt ähnlich und gingen in die Richtung: Optimistisch! Bereits in Ungarn hatten wir ein Riesenproblem, das fast das Aus der Reise bedeutet hätte. Als wir schräg im Strassengraben hingen, der ADAC unter dem Bus kopfschüttelnd versuchte zu retten was geht, nannten wir unsere namenlose alte Dame „Esperanza“ – die Hoffnung.
Im Schnitt hatten wir alle 300 Kilometer eine Panne, verbrachten so manch längere Zwangspause in Werkstätten oder den verrücktesten Orten um Ersatzteile notdürftig kleben zu lassen. Ab dem Iran wurden wir jeden morgen angeschoben, da der Anlasser den Geist aufgegeben hatte. Aber unser Optimismus in allen Ehren – 3 Monate später lagen wir glücklich am Strand in Goa.

Im Nachhinein sind wir Esperanza für alles Dankbar. Die vielen Ausfälle haben uns wunderbare Begegnungen beschert und der Reise einen gewissen Nervenkitzel gegeben.

Jeder kennt so etwas: der gruseligste Ort an dem du je geschlafen hast?

Ein Polizeihof in Pakistan/Balochistan an der afghanischen Grenze. Wir übernachtet mitten auf dem kleinen Hof in der Wüste. Direkt neben einem Krankenwagen, der in einen Schusswechsel mit dem Nachbarland verwickelt war. Die Scheiben eingeschossen, auf den Sitzen klebte massenhaft Blut. In der Führung des Polizeichefs waren auch die angeschlossenen dunklen Zellen samt Häftlingen enthalten. Des öfteren kamen Leute aus dem Dorf vorbei, die einen der Häftlinge lynchen wollte, und nur zum Spass hielt uns der Chef ernst seine Kalashnikov vor die Nase und meinte, er müsse uns verhaften um kurze Zeit später das ganze lachend aufzulösen.

Fünf Fragen an: 1000 Meilen Wind

Bitte ergänze: Die Welt ist …

… so groß, dass wir oft den Blick für das Schöne direkt vor unserer Haustür verlieren.

Wenn du 70 bis, dann bist Du wer und wo genau?

Ich denke, mit 70 werde ich immer noch der sein, der ich heute bin, vielleicht etwas ergraut und sesshafter. Und am ehestes sehe ich mich dann auf einer Bank, vor einem alten Haus mit Ausblick in eine wunderschöne Landschaft.

Dein Umfeld hält Dich für?

Ich denke die eine Hälfte hält mich für deutlich mutiger als ich in Wirklichkeit bin und die andere Hälfte für deutlich spießiger.

Was waren deine größten Ängste von damals und wie denkst du heute darüber?

Meine größte Angst bevor ich an Bord der TRES HOMBRES gegangen bin, war, dass ich einsam sein könnte. Zwar war ich mit 15 anderen Menschen auf engstem Raum unterwegs, aber vielleicht kann man sich in einer solchen Situation viel leichter einsam fühlen, als wenn man mit wechselnden Leuten unterwegs ist.

Ich denke heute immer noch, dass dies eine der größten Herausforderungen an meiner Reise war. Viel größer als Wind und Wellen.

Was war das Überflüssigste, was du je auf einer Reise dabei hattest?

Tatsächlich kann ich bei diesem typischen Missgeschick gar nicht so richtig mithalten. Ich war schon immer mit kleinem Gepäck unterwegs, früher oft auf Wanderungen. Da lernt man eigentlich von der Pike auf, bloß nicht zu viel mitzunehmen. Viel häufiger ist es mir passiert, dass ich irgendwas wichtiges nicht dabei hatte. Zum Beispiel kein Handtuch, ein Klassiker.